Rückschlag gegen Libra von Facebook

Es scheint, dass nicht jeder begeistert ist, herauszufinden, dass Facebook seine eigene Kryptowährung einführt, und es ist wahrscheinlich nicht so überraschend, wenn man die früheren Datenskandale betrachtet. Der französische Finanzminister hat alle Zentralbanken in Europa aufgefordert, sich mit der neuen Kryptowährung Libra des Social Media-Giganten zu befassen. Seit ihren Problemen mit Cambridge Analytica im Jahr 2018 sind sowohl Regierungsvertreter als auch die Öffentlichkeit sehr vorsichtig, wenn es um Daten im Besitz von Facebook geht.

Die Vision von Facebook

Facebook hatte heute seine offizielle Kryptowährung angekündigt, die als Libra bezeichnet wird. Es ist als stabile Münze konzipiert, die auf der Blockchain läuft, die von über 100 verteilten Computerservern weltweit gesichert wird, die es den Nutzern ermöglichen, sich gegenseitig Geld für wenig bis gar keine Gebühren zu schicken.

Das Whitepaper zum Projekt lautet,

“Libra ist eine einfache globale Währungs- und Finanzinfrastruktur, die Milliarden von Menschen befähigt.”

Die Blockchain soll 2020 in Betrieb gehen und der gesamte Betrieb wird von der Libra Association – einer gemeinnützigen Organisation mit Sitz in der Schweiz – geleitet.

Die Libra Association wird 28 Gründungsmitglieder haben, darunter Unternehmen aus den Bereichen Zahlungsverkehr, Technologie, Telekommunikation und Risikokapital. Zu den Gründungsmitgliedern gehören namhafte Unternehmen wie Visa, Mastercard, PayPal, Uber, Lyft und Coinbase. Erst kürzlich hat Spotify angekündigt, dass sie auch der Libra Association beitreten werden.

Calibra, die Entwicklungsgesellschaft hinter Libra, wird Finanzdienstleistungen und Projekte rund um das Libra-Netzwerk entwickeln, wobei die eigene Wallet die erste App ist, die sie entwickeln.

Die europäische Gegenreaktion

Der französische Finanzminister Bruno Le Maire hat kürzlich in einem Interview mit dem europäischen Radio 1 seine Besorgnis über Libra öffentlich zum Ausdruck gebracht. Le Maire betonte, dass Libra nicht als Ersatz für reguläre Währungen angesehen werden sollte;

“Es kann und darf nicht passieren.”

Der französische Finanzminister forderte die Gruppe der sieben Zentralbankpräsidenten weiterhin auf, einen Bericht für ihr bevorstehendes Juli-Treffen zu erstellen, in dem die Kryptowährung Facebook diskutiert werden kann.

Diese Einschätzung teilt auch Markus Ferber, ein deutscher Abgeordneter des Europäischen Parlaments, der erklärte, dass Facebook eine “Schattenbank” werden könnte und alle Regulierungsbehörden warnte, in höchster Alarmbereitschaft zu bleiben.

“Multinationale Unternehmen wie Facebook dürfen bei der Einführung virtueller Währungen nicht in einem regulatorischen Nirwana operieren.”

Fazit

Wenn man sich die bisherige Erfolgsgeschichte von Facebook ansieht, ist es vielleicht verständlich, warum die Beamten der europäischen Regierung ihre Besorgnis über das neue Projekt von Facebook zum Ausdruck bringen. Wenn es Facebook gelingt, Libra einzuführen, könnte sie die Macht haben, eine “Schattenbank” zu werden, wie Ferber es ausdrückt.

Es ist jedoch auch wichtig zu beachten, dass Facebook keine vollständige Governance über seine Blockchain haben wird, sondern nur die Macht einer Stimme bei Governance-Entscheidungen haben wird – genau wie der Rest der Gründungsmitglieder des Waage-Projekts.

AUTOR: YAZ SHEIKH