Visum schaut, um Vermittlerbanken zu entfernen

Der große Finanzdienstleister Visa hat Berichten zufolge ein neues Netzwerk eingerichtet, das darauf abzielt, Korrespondenzbanken bei grenzüberschreitenden Zahlungen zu eliminieren. Das System mit der Bezeichnung “Visa B2B Connect” enthält Elemente der verteilten Ledger-Technologie – nämlich Elemente von Hyperledger Fabric.

Visum mit dem Ziel, Zwischenhändler zu eliminieren

Visa ist einer der größten Finanzdienstleister der Welt mit Hunderttausenden von Menschen, die seine Karten täglich für eine Vielzahl von Aktivitäten nutzen. Jetzt hat das Unternehmen angeblich ein neues Netzwerk namens “Visa B2B Connect” gestartet, das sich an seine Firmenkunden richtet und darauf abzielt, die Korrespondenzbanken bei grenzüberschreitenden Zahlungen zu eliminieren.

Laut Reuters zielt das Netzwerk darauf ab, den internationalen Zahlungsverkehr zu vereinfachen, indem es Unternehmen ermöglicht, direkt miteinander Geschäfte zu tätigen, ohne das Korrespondenzbankennetz nutzen zu müssen. Dies kann angeblich zu schnelleren Transaktionen führen und die Komplexität dieser Transfers verringern.

Noch interessanter ist jedoch, dass Visa einen Ansatz gewählt hat, der die Vorteile der Distributed-Ledger-Technologie unterstreicht. Tatsächlich hat sich das Unternehmen für die Verwendung von Aspekten von Hyperledger Fabric entschieden – einem Open-Source-Distributed-Ledger, das von der Linux Foundation entwickelt wurde, um die Einführung von Blockchain weiter voranzutreiben. Es wurde in Zusammenarbeit mit Zeltunternehmen wie FIS, IBM und Bottomline sowie vielen anderen gebaut.

Ärger mit Ripple? Oder nicht so viel?

Der Ausflug von Visa in grenzüberschreitende Zahlungen war für Ripple immer etwas einschüchternd, da Ripple großen Wert auf diese besondere Fähigkeit seiner Kryptowährung legt.

Bereits Ende 2018 brachte Ripple seine xRapid-Technologie auf den Markt, die darauf abzielt, Zeit und Kosten für den internationalen Zahlungsverkehr deutlich zu reduzieren.

Ein so gegründetes Unternehmen wie Visa hat jedoch wahrscheinlich bessere Chancen, sein Netzwerk zu nutzen und neue Partner an Bord zu holen.

Gleichzeitig ist Ripple aber auch Teil des Hyperledger-Konsortiums und bietet das Interledger Protocol (ILP) in Java für den Unternehmenseinsatz an.

Es ist auch erwähnenswert, dass Visa bereits 2018 das britische Zahlungsunternehmen Earthport für rund 250 Millionen Dollar gekauft hat. Earthport ist ein Partner von Ripple. Ihre Zusammenarbeit zielt darauf ab, das Ripple-Protokoll in das bestehende Zahlungsnetzwerk von Earthport zu integrieren, um internationale Transaktionen zu verbessern.

Zum Zeitpunkt dieses Schreibens liegen keine Informationen über die Absichten von Visa vor und wie eng die Verbindung zu Hyperledger ist. Der Schritt unterstreicht jedoch deutlich die Vorteile, die die Technologie des verteilten Ledgers bieten kann. Darüber hinaus zeigt es, dass auch traditionelle Zahlungsunternehmen beginnen, es zu erkennen.

AUTOR: FELIX MOLLEN